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Drei Tage im März: Jahrestagung des Kriegsenkel e.V.

März 18 @ 18:30 - März 20 @ 13:15

- €140 - €290
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Wie begegnet die Generation der deutschen Babyboomer der großen Flüchtlingswelle? Welche Voraussetzungen bringen die Kriegsenkel mit, gesellschaftlichen Herausforderungen wie dieser zu begegnen und sie zu gestalten? Fragen an eine Generation, die im Sediment der eigenen Familiengeschichten vieles von dem Elend vorfindet, das uns jetzt aus den Gesichtern der Menschen anschaut, die es offensichtlich zu uns zieht.

Thema der Jahrestagung des Kriegsenkel e. V. 2016:
Kriegsenkel im Aufbruch – Gestalter einer neuen gesellschaftlichen Identität

Wir stehen vor fundamentalen Fragen, auf die wir als Gesellschaft eine Antwort finden müssen: Wer sind wir als Deutsche und als Europäer heute? Worin besteht unsere Identität in einer Zeit wachsender Migrationsströme, einer immer unwägbarer werdenden Globalisierung und komplexen Krisen in Europa und der Welt? Was stiftet kulturelle Identität? Wo befindet sich der Ort, an dem wir uns einbringen können? Wie sieht gesellschaftlicher Fortschritt eigentlich aus? Welchen Beitrag können wir leisten, um dieses Land in stürmischen Zeiten zu begleiten und weiterzuentwickeln? Wir sind Fährleute auf dem Fluss des Heraklit. Wen und was nehmen wir für die Überfahrt mit an Bord?

Im Mittelpunkt unserer Tagung stehen

Drei Fragen

  • Auf welchen Wegen können Erinnerung und Gedenken die gesellschaftliche Identität in Deutschland stärken?
  • Worin bestehen die fundamentalen Herausforderungen, aber auch die Entwicklungschancen für Deutschland in der aktuellen Krise?
  • Woran können wir erkennen, ob unsere Gesellschaft dabei Fortschritte mit sich macht?

Drei Referenten

Dr. Ina Schmidt, Hamburg

„Lebendige Erinnerung – wenn Gedenken Identität stiftet“

Dr. Ina Schmidt ist Kulturwissenschaftlerin und Philosophin, geboren 1973, Autorin zahlreicher Bücher zu Themen der praktischen Philosophie, Mitarbeiterin des Philosophie Magazins HOHE LUFT, Schoolmaster an der Modern Life School in Hamburg, Referentin der Liechtenstein-Academy und Gründerin und Inhaberin der denkraeume.net

„Es sind unsere Erinnerungen, die aus unseren Erlebnissen eine Geschichte machen, die Zusammenhänge stiften und unsere Erfahrungen zu etwas verknüpfen, das wir als Identität anerkennen. Das, woran wir uns erinnern, ist das, was wir sind. Aus diesem Geflecht entstehen kollektive Erinnerungen, die sich in Gruppen, in Organisationen, in Familien, Gesellschaften und Nationen wiederfinden, sie werden zum Teil einer Person, aber auch zur Grundlage einer gemeinsamen Identität. Gerade weil diese Identität nichts Sicheres ist, gilt es, sie in ihrer beständigen Entwicklung zu begleiten und mitzugestalten: als eine Form fließender Erkenntnis, die den Anspruch auf Objektivität gar nicht erst erhebt.

Dr. Jens Heisterkamp, Frankfurt/Main

„Deutschland und die Flüchtlingspolitik – Helfen im Geist Hölderlins“

Jens Heisterkamp, geboren 1958 Duisburg, übernahm nach dem Studium der Geschichte und Literaturwissenschaft und der Promotion an der Universität Bochum die Herausgabe der Kriegstagebücher von Wilhelm Muehlon, einem in der Schweiz lebenden Exil-Deutschen, der die Politik und Kriegsführung der Nazis scharf verurteilte. Seit 1994 ist er Chefredakteur und Mitherausgeber des Magazins „Info 3“. Er ist Stiftungsbeirat verschiedener Einrichtungen im anthroposophischen Umfeld.

„Durch das Errichten der NS-Diktatur und den Zweiten Weltkrieg zog sich Deutschland den Zorn der ganzen Welt zu. Trotz aller begangenen Verbrechen aber wurde Deutschland nach 1945 zweimal beschenkt: Der innerlich und äußerlich zerrütteten Nation ermöglichte man die Aufnahme in die demokratische Staatengemeinschaft. 44 Jahre später gewährten die ehemaligen Siegermächte Deutschland dann die Wiedervereinigung als souveräner Staat. Die Aufnahme von bisher mehr als einer Million Flüchtlingen hat in der Wahrnehmung Deutschlands durchaus etwas aufscheinen lassen: Ein Deutschland, das seine ebenso legendären wie gefürchteten Planungsfähigkeiten diesmal nicht zur Verwaltung von Tod und Vernichtung, sondern von humanitärer Hilfe einsetzt. Ein Deutschland, in dem für einen Moment weniger kalte Realpolitik gilt als der Geist Hölderlins mit seinem Wort „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch.“

Dr. Stefan Bergheim, Frankfurt

„Zukunft gestalten – Lebensqualität verbessern“

Dr. Stefan Bergheim ist Direktor der Denkfabrik „Zentrum für gesellschaftlichen Fortschritt“ in Frankfurt am Main. Geboren 1967 als Sohn zweier Kriegskinder, hatte er Ende 2008 den Mut seine Festanstellung in einer Großbank zu kündigen und sich der gesellschaftlichen Entwicklung in Deutschland zu widmen. Im Zukunftsdialog der Bundeskanzlerin machte er 2012  Vorschläge, die nun als Regierungsstrategie „Gut leben in Deutschland“ umgesetzt werden. Ende 2013 begann er mit dem Lebensqualitätsprozess „Schöne Aussichten – Forum für Frankfurt“, in dem es ebenfalls um Dialoge, Visionen, Indikatoren und Handeln geht. Über diese Projekte wird er berichten.

Drei Workshops

Heidrun Schatanek ist Literaturwissenschaftlerin, Poesie- und Bibliotherapeutin sowie Buchhändlerin. Sie kommt aus Friedberg und stellt in ihrem Workshop die Ergebnisse ihrer Spurensuche nach der eigenen Familiengeschichte vor. Sie stieß in Mähren auf einen Zweig ihrer Familie, zu dem jeder Kontakt seit 1938 abgebrochen war. Sie nennt ihren Workshop „Na shledanou“ , das heißt „Auf Wiedersehen“. www.poesie-und-bibliotherapie-friedberg.de

Ulrich Krömer ist Therapeut und lebt in Münster. Er begleitet eine Kriegsenkelgruppe, hält Vorträge und organisiert Veranstaltungen zum Thema. Er wird eine Gruppe für den offenen Austausch zu Kriegsenkelthemen anbieten.

Dr. Iris Wangermann, Jg. 1975, Deutsch-Österreicherin ist Interkulturelle Diplom-Psychologin. Seit 2004 arbeitet sie selbstständig als Interkulturelle Trainerin für Großunternehmen, wie Bayer, Lufthansa, Porsche und im soft-skills Bereich an Hochschulen. Zwei Jahre hat sie als Professorin für Interkulturelle Wirtschaftskommunikation an der HAW in Hamburg gearbeitet. Seit 1995 arbeitet sie ihre (Kriegsenkel-) Geschichte auf und bietet seit 2015 Seelenreisen für Kriegsenkel an, welche sie in einem Workshop vorstellen wird.

Drei Künstlerische Beiträge

Barbara Meisner, 1964 in Marl, freiberuflich als Künstlerin und Buchgestalterin tätig. Sie stellt in Wort und Bild ihre Ausstellung von Installationen „Kriegsenkel 1964“ vor, die im vergangenen Herbst in Neuss gezeigt wurde.

Birgit Schulz, geboren 1974 in Hameln, ist Kulturwissenschaftlerin, ausgebildete Pianistin und Sängerin und stellt im Rahmen der Tagung erstmals ihr musikalisches Programm „Aus dem Nebel“ vor.

Sebastian Heinzel, Jahrgang 1979, in Kassel, ist freier Autor und Filmemacher. Er startete seine Karriere als Journalist für Tageszeitungen und beim Musikfernsehen. Auf der Tagung zeigt er seinen Film „Die Deutschen sind zurück“ und stellt sein Projekt eines Kriegsenkel-Dokumentarfilmes vor.

 

Ablauf:

Die Tagung beginnt am Freitag, 18.30 Uhr mit einem gemeinsamen Abendessen und endet am Sonntag, ca. 13.15 nach einem gemeinsamen Mittagessen. Einen genauen Ablaufplan erhalten Sie bei Ankunft im Tagungshaus.

Shuttle-Service:

Wir bieten optional einen einmaligen Shuttle-Service vom Bahnhof Wunstorf nach Loccum an. Teilen Sie bei Anmeldung mit, ob Sie vom Shuttle Gebrauch machen wollen. Abfahrt Freitag ab Wunstorf gegen 17.30 h. Abfahrt Sonntag ab Loccum etwa 13.45. Fahrtdauer ca. 30 min.

Kosten:

Abhängig von der Dauer Ihres Aufenthaltes, Art der Unterkunft und einer möglichen Mitgliedschaft im Verein Kriegsenkel e.V. liegen die Kosten zwischen 140 und 290 Euro. Bitte wählen Sie im Anmeldedialog das für Sie geeignete Arrangement.

Details

Beginn:
März 18 @ 18:30
Ende:
März 20 @ 13:15
Eintritt:
€140 - €290

Veranstalter

Kriegsenkel e. V.
Telefon:
0151 - 21 26 0665
E-Mail:
info@kriegsenkel.de
Webseite:
www.kriegsenkel.de

Veranstaltungsort

Tagungsstätte Loccum
Münchehäger Strasse 6
Rehburg-Loccum, 31547 Deutschland
+ Google Karte
Webseite:
http://www.tagungsstaette-loccum.de